Bericht • 23.01.2017

Visuelles Marketing: Makrotrends für das Jahr 2017

Stationäre Einzelhändler haben dem wachsenden Konkurrenzdruck unserer Zeit etwas Wirkungsvolles entgegenzusetzen: Fläche

Sie bietet die große Chance, bei den Verbrauchern direkt am Point of Sale Neugierde und Begeisterung zu wecken und Kaufimpulse auszulösen. Dafür muss das Geschäft aber emotional, attraktiv und vor allem innovativ gestaltet werden.

Jeder Einzelhändler ist in der Lage, in dieser Weise sein eigenes Bühnenstück zu konzipieren und zu realisieren. Es braucht dafür keine ausufernden Budgets, sondern ein paar gute Ideen und das Wissen darum, wie es geht. Folgende Punkte zeigen, worauf es für eine emotionale, dramaturgische Gestaltungen ankommt.

Story-Telling 

Die große Aufgabe bei der Schaufenstergestaltung besteht darin, die Waren so zu inszenieren, dass mit ihnen Geschichten erzählt werden (Story-Telling). Solchen Gestaltungen schenken die Kunden ihre volle Aufmerksamkeit und Konzentration. Folglich ist es nur logisch und sinnvoll, dass der Trend hin zu anspruchsvollen Darbietungen geht, die die Betrachter emotional berühren.

Einzelhändler sind deshalb gefordert, dramaturgische Drehbücher für das Visuelle Marketing zu erstellen und die Passanten aktiv in das Gestaltungsstück einzubeziehen. Die Gestaltung muss immer einen Bezug zur aktuellen Marketing-Kampagne herstellen. Print- und Onlinewerbung, Schaufensterdekoration und Visual Merchandising müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein und harmonisch ineinander greifen. Die Geschichten beginnen von außen mit der Schaufenstergestaltung und setzen sich nach innen in die Verkaufsräume fort. Hierdurch wird bei den Verbrauchern maßgeblich der Wiedererkennungseffekt erhöht.

Colette, Paris, Juni 2016: Kleidung wird mit Kommentaren von Instagram...
Colette, Paris, Juni 2016: Kleidung wird mit Kommentaren von Instagram dekoriert.
Quelle: WindowsWear PRO

Erlebnis-, Themen- und Charakterorientierung

Die Geschichten werden von den Betrachtern besonders aufmerksam wahrgenommen, wenn sie erlebnisorientiert sind. Die Verschmelzung von Merchandising und Kunst übt auf die Kunden eine hohe Anziehungskraft aus. Sie werden dadurch in eine gefühlvolle Stimmung versetzt und empfinden dies als Mehrwert. Ganz entscheidend ist, dass die Geschichten einen direkten Bezug zur ausgestellten Ware haben.

Dem Themenrepertoire für Geschichten sind keine Grenzen gesetzt. Es können zum Beispiel Märchen, Fabeln und Anekdoten, aber auch Erlebnisse aus unserem Leben, aus der Politik, aus unserem Umfeld, der Kunst oder aus sozialen Bereichen thematisiert werden. Dabei können Lebenserfahrungen vermittelt, Wissenswertes dargestellt oder Problemlösungen aufgezeigt werden. Darüber hinaus kann der Fokus auf Traditionen, Werte, Unternehmenskulturen gelegt werden. Nicht zuletzt bietet es sich an, Personen in den Mittelpunkt der Geschichten zu stellen (wie beispielsweise Prominente, bekannte Comicfiguren, Künstler, Filmszenen aus bekannten Fernsehserien).

Makrotrends für das Visuelle Marketing im Jahr 2017

Die relevanten Makrotrends sollten Unternehmer kennen, weil sie längerfristig Bestand und damit nachhaltig Einfluss auf das Visuelle Marketing haben. Das visuelle Marketing hat sich in der Frühjahr/Sommer-Saison im Jahr 2017 mit vier starken Trendthemen auseinander zusetzen.

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1. Auftanken

Wir müssen das Leben aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Wir suchen Rückzugsorte, um zu meditieren, um die eigene Kreativität zu aktivieren. Die Gestaltungen sollten daraufhin ausgerichtet werden – vor allem in den Verkaufsräumen. Die Elemente, die Natur, das Meer oder der Himmel sind Inspirationsquellen. Das Design spiegelt emotionale Authentizität wieder.

2. Luxus mit neuen Werten

Es entwickeln sich neue kosmopolitische Status Codes. Wir lassen uns von der ganzen Welt inspirieren. Von Reisen nehmen wir das Schönste mit. Wir kaufen, was sich lohnt: Traditionelles, Dinge mit handwerklichem Know How hergestellt. Die Luxusmärkte verändern sich. Luxus wird neu definiert.

Ins Visuelle Marketing umgesetzt: Wir nutzen neue Chancen, den Luxus kreativ darzustellen. Kultureller Luxus gemixt und gekonnt platziert, dabei greifen wir auf alles Kreative, das sich auf Reisen findet und traditionell umsetzbar ist, zurück. Die Gestaltungen im stationären Handel lassen sich nicht mehr nach genauen Themen sortieren, sondern in weltoffene begehbare Kulturräume.

Klaus Lach - Geschäftsführender Vize-Präsident VMM...
Klaus Lach - Geschäftsführender Vize-Präsident VMM
Quelle: VMM

3. Der Handel wird grün

Das Visual Merchandising wird das Ländliche mit dem Städtischen verbinden und mit viel Grüntönen und urbanen Grautönen gespielt werden. Die Schönheit der Natur wird sich in den Gestaltungen und Designs des Handels wiederfinden. Wir leben urbaner und müssen unsere Aufmachungen schöner gestalten. Die Menschen zieht es hinaus aus den grauen Städten, die Mode wird zur Arbeitskleidung, darauf wird sich der kreative Handel einstellen und seine Verkaufsräume ausrichten.

4. In unentdeckte Welten der Inspiration reisen

Nach langer Zeit der nüchternen Konzepte im Handel bekommt der Verbraucher wieder Lust auf Neues und Opulentes. Dafür brauchen wir moderne und kreative Eye Catcher in den Verkaufsräumen und Schaufenstergestaltungen. Fantasievolle Riesentiere kommen als Blickfänge zum Tragen. Fische in Regenbogenfarben, Paradiesvögel und asymmetrische Formen werden eingesetzt. LED Installationen werde in den Einzelhandel verstärkt Einfluss nehmen.

Ein Ausblick

Die Anforderungen der Kunden an emotionale Gestaltungen sind unverändert hoch und werden sich noch steigern. Vieles, was heute Experiment ist, wird morgen Up-to-date sein. Es ist heute schon abzusehen, dass Weltstädte wie New York, Tokio, Shanghai, Paris, London oder Berlin zu den Metropolen des Visuellen Marketings werden. Aber auch kleinere Städte werden sich der kreativen Verantwortung im Visuellen Marketing stellen müssen. Wer glaubt, in ländlichen Gegenden oder kleineren Städten auf herausragende Gestaltungen verzichten zu können, hat die Rechnung ohne die Verbraucher gemacht. Sie sind heutzutage in der ganzen Welt unterwegs und lassen sich von ihren visuellen Eindrücken inspirieren. Einzelhändler sollten dem mit ihrem individuellen Gestaltungskonzept zwingend Rechnung tragen.

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Autor: Klaus Lach, VMM - Geschäftsführender Vize-Präsident - Europäischer Verband Visuelles Marketing Merchandising e.V.

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