Bericht • 02.06.2014

Bessere Ansichten für mobile Shopper

Händler müssen Webinhalte mobil optimieren

Kunden suchen heute immer häufiger über Smartphone und Co. Adressen,...
Kunden suchen heute immer häufiger über Smartphone und Co. Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten der Einzelhändler.
Quelle: ECC Köln

Immer mehr Kunden shoppen mobil. Um sich auf Smartphone- und Tablet-Nutzer optimal vorzubereiten, brauchen Händler nicht nur einen weboptimierten Online-Shop. Auch mithilfe von Apps, Suchmaschinenoptimierung und E-Mails mit responsivem Design können Händler die Käufer im wahrsten Sinne des Wortes auf ihre Seite locken.

"Für Online-Händler sollte es oberste Priorität haben, ihren Webshop zu 'mobilisieren'. Mittlerweile haben 30 Millionen Deutsche ein Smartphone – und damit kaufen sie auch gern ein. Doch wenn Sie dort keine mobil-optimierte Seite vorfinden, dann wandern Smartphone-Nutzer schnell zu einem Webshop der Konkurrenz, der schon mobil-optimiert ist." Deutliche Worte, die Florian Treiß findet, um eins der größten Mankos zu beschreiben, das es derzeit im Online-Handel gibt.

Der Gründer des Fachverlages Treiß Media weiß dank einer Analyse der Performance-Marketing-Agentur eprofessional aus Hamburg, dass noch im vergangenen Jahr 63 der 100 größten Onlineshops in Deutschland keine mobil-optimierte Website hatten. Er warnt: "Das bedeutet faktisch, dass fast zwei Drittel der Onlinehändler ihren Kunden und denen, die es werden könnten, kein optimales Nutzungserlebnis auf dem Smartphone anbieten konnten – was erhebliche Conversion-Verluste zur Folge haben kann." Zeit für die Online-Händler also, aufzurüsten.

Mehr Kaufabschlüsse durch responsives Design

Webseiten und E-Mails, die beispielsweise zu Marketingzwecken verschickt werden, können je nach genutztem Endgerät sehr unterschiedlich aussehen. Smartphones stellen Seiten aufgrund ihrer Größe logischerweise anders dar als Desktop-PCs. Responsives Webdesign kann hier die Brücke schlagen, indem es die Seiten optimal an die Darstellung im jeweiligen Gerät anpasst. Sowohl die Größe des Gerätes selbst, die Bildschirmauflösung, die Orientierung - Hoch- oder Querformat - als auch die Eingabemöglichkeiten wie Tastatur, Touch und Sprache sind veränderbare Parameter.

Reaktionsfähige Webseiten vereinfachen und vermehren nachweislich Kaufabschlüsse. Laut einer Studie von Yesmail Interactive klicken deutlich mehr Kunden auf die angepassten Mails und schließen dann auch Käufe ab. Das betrifft Smartphone-User noch mehr als Tablet-Nutzer - denn Tablets bieten ohnehin schon ein größeres Display. Bisher verwenden 31 Prozent der Vermarkter allerdings keine responsiven E-Mails, 24 Prozent nutzen sie nur für die Hälfte ihrer Mails. Und das, obwohl mehr als die Hälfte aller E-Mails mittlerweile auf mobilen Geräten geöffnet werden. Deshalb rät Michael Fisher, Präsident von Yes Lifecycle Marketing  dazu, responsives Design konsequent in allen Mailings zu verwenden.

Händler, wo seid ihr?

Neben der technischen Seite gibt es auch recht einfach umzusetzende Maßnahmen, mehr Käufer für sich zu gewinnen. Eben diese suchen nämlich unheimlich gerne und immer häufiger über Smartphone und Co. Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten der Einzelhändler. Deshalb sind Erfolg versprechende Positionen im Netz natürlich die Unternehmenswebseite selbst, Suchportale wie Google+ Local und Branchenverzeichnisse wie die Gelben Seiten. Außerdem Karten, Anfahrtszeiten und -routen hinzu und schon ist einiges getan, um den Kunden für sich zu gewinnen.

Mobile Suchen verzeichnen laut der "Local Search Study 2013" seit 2010 einen Zuwachs von 86 Prozent - eine Zahl, die Einzelhändler zum Anlass nehmen sollten, sich und ihr Unternehmen gut auffindbar zu machen. "Leider sind aber viele inhabergeführten Geschäfte und Dienstleister auch im Jahr 2014 noch nicht so aufgestellt, dass man sie über eine entsprechende Suchanfrage überhaupt findet. Manche Läden haben auch heute noch keine richtige Website, sondern sind allenfalls über Drittanbieter zu finden", beschreibt Florian Treiß.

Suchmaschinenoptimierung (SEO) macht den Online-Auftritt von Händlern noch effektiver. Treiß erläutert den Nutzen: "SEO ist vor allem für die Neukunden-Gewinnung hilfreich: Sie richtet sich vornehmlich an Internetnutzer, die einen bestimmten Begriff bei Google eingeben, beispielsweise einen Produktnamen. Hier ist dann der Händler der Gewinner, der seine Seite so optimiert hat, dass sie bei Google ganz oben steht und der Eintrag sinngemäß sagt: Lieber Verbraucher, ich habe das gesuchte Produkt vorrätig, und das zu einem super Preis."

App-solut nützlich

Auch auf lokale Dienste fokussiert, können Apps als Marketingmaßnahme zu Einsatz kommen. "Für stationäre Händler kann das Smartphone zum Bindeglied zwischen On- und Offline werden – Stichwort Location-based Services. Apps wie kaufDA oder Gettings helfen stationären Händlern dabei, ortsbezogene Angebote auf die Smartphones der Konsumenten zu schicken, wie beispielsweise die passenden Prospekte oder Coupons von Geschäften in der näheren Umgebung", so Treiß.

Er ergänzt: "Diese Apps helfen den Händlern zunehmend, Frequenz in den Laden zu bekommen – und durch Coupon-Einlösungen gibt es teils auch messbare Umsätze, die durch Smartphone-Apps getriggert wurden. Weiterhin bieten immer mehr stationäre Händler auch eigene Apps an wie Netto, Edeka oder HIT. Hier sind teils eigene Couponing- und auch Payment-Lösungen integriert." Spannend werde für den stationären Handel zudem das Thema Mobile Wallet, also die mobile Geldbörse, die das Leder-Portemonnaie ersetzen soll, in dem sie Payment, Loyalty, Couponing und Marketing aus einer Hand anbietet.

"Apps können helfen, meine Alltagsbedürfnisse zu befriedigen. Sei es etwa eine App eines Onlinehändlers, der mir eine Pushnachricht schickt, wenn das Paket das Lager verlässt, oder eine App aus dem stationären Handel, die mir beim Sparen hilft, indem sie unter anderem neue Prospekte und Angebote anzeigt", fasst Treiß zusammen.

Was eine gute App ausmacht, darüber gibt es bereits eine große Menge verschiedener Meinungen. Zu den Grundregeln zählen beispielsweise gute Beschreibungstexte für die App selbst, ein ansprechendes Logo und so weiter. Eines ist aber für alle Maßnahmen, die mobile Shopper anlocken sollen, entscheidend: Nur Händler, die sich im richtigen Format und an den richtigen Stellen im Netz präsentieren, können dort auch vom Kunden gefunden werden und Umsätze generieren.

Natascha Mörs, iXtenso.com

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